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 Betreff des Beitrags: Bienenbeuten
 Beitrag Verfasst: Mo 21. Mär 2011, 12:59 
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Registriert: Sa 19. Mär 2011, 23:15
Beiträge: 12
Hallo, ich weiß, dass mein Anliegen gewiss nicht so schnell beantwortet werden kann, aber wäre es möglich, dass mir jemand mal die gebräuchlichsten Arten von Bienenbeuten und deren Vor- und Nachteile aufzählen kann?


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 Betreff des Beitrags: Re: Bienenbeuten
 Beitrag Verfasst: Mo 21. Mär 2011, 14:40 
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Registriert: Mi 6. Okt 2010, 21:34
Beiträge: 77
Man unterscheidet grob zwischen Magazinen, Hinterbehandlern und Trogbeuten.
In der Schweiz ist traditionell der Schweizerkasten (Hinterbehandler, HHB) verbreitet. Er hat neben vielen Vorteilen auch einige Nachteile.
Vorteile: stapelbar, also fürs Bienenhaus zwei- und mehrreihig einsetzbar. Hochwabe, das bedeutet eine optimale Anordnung von Brut und Futter. Extrem vorteilhaftes Mikroklima für die Bienen.
Nachteile: Etwas komplizierter im Handling, man muss jede Wabe einzeln entfernen, wenn man z.B. Brutkontrolle machen will. Begrenztes Raumangebot für gross werdende Völker, z.B. Buckfast.

Magazinbeuten
Vorteile: Einfachere Einzelaufstellung ohne Bienenhaus. Für gross werdende Völker besser geeignet als HBB. Geeignet für die Wanderung mit Bienen z.B. in ertragreichere Gegenden, Waldtracht, etc.
Nachteile: Hier gibt es eine scheinbar unübersichtliche Anzahl von Wabenmassen. Der Imker muss sich besser kleiden, als im Bienenhaus, draussen ist er viel mehr umschwärmt von Bienen, welche ihre Wohnung verteidigen. Magazine sind nicht stapelbar, d.h. im Bienenhaus wäre nur eine Lage möglich.

Trogbeuten (Top Bar, Mellifera Einraumbeute, etc.)
Vorteil: Es befinden sich alle Waben auf einer Ebene, d.h. es sind keine zusätzlichen Magazine für die Honigräume nötig. Mit Blechdach (wie auch beim Magazin) ist Einzelaufstellung gut möglich.
Nachteil: Trogbeuten sind in der Regel relativ gross, schwer und unhandlich. Daher für eine Wanderung nicht ideal.

Diese Aufzählung ist nicht abschliessend. Ich arbeite seit 35 Jahren mit CH-Kasten, seit einigen Jahren mit diversen Trogbeuten und mit Warrémagazin. Von daher habe ich keine grosse Erfahrung mit der Magazinbetriebsweise.

PS: Wer kann den Unterschied zwischen Trogbeuten und Lagerbeuten plausibel erklären?

_________________
Gerhard Fasolin, www.imkerschule.ch


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 Betreff des Beitrags: Re: Bienenbeuten
 Beitrag Verfasst: Mi 30. Mär 2011, 19:51 
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Registriert: Di 29. Mär 2011, 16:00
Beiträge: 5
Habe im Winter mit dem Grundkurs angefangen und stehe nun vor der Entscheidung, welches Mass ich wähle für die Magazine. Ist die Kompatibilität mit anderen Imkern wichtig (in meinem Fall wäre das Schweizermass) oder ist es sowieso selten, dass man mit andern Imkern die Waben austauscht. Dann könnte ich nämlich das kostengünstigere Format Dadant kaufen. Es gibt von beiden sehr schöne Exemplare beim Meier in Künten. Wer hat schon Erfahrungen damit gemacht?
Danke, Regula :?:


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 Betreff des Beitrags: Re: Bienenbeuten
 Beitrag Verfasst: Mi 30. Mär 2011, 20:38 
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Registriert: Mi 6. Okt 2010, 21:34
Beiträge: 77
Regula hat geschrieben :
> Habe im Winter mit dem Grundkurs angefangen und stehe nun vor der
> Entscheidung, welches Mass ich wähle für die Magazine. Ist die
> Kompatibilität mit anderen Imkern wichtig (in meinem Fall wäre das
> Schweizermass) oder ist es sowieso selten, dass man mit andern Imkern die
> Waben austauscht. Dann könnte ich nämlich das kostengünstigere Format
> Dadant kaufen. Es gibt von beiden sehr schöne Exemplare beim Meier in
> Künten. Wer hat schon Erfahrungen damit gemacht?
> Danke, Regula :?:

Das ist halt so eine Glaubenssache. Den Bienen ist es egal, wie sich die Behausung nennt.
Eine Kompatibilität mit andern Imkern macht nur ganz am Anfang Sinn, falls man von einem Kollegen ganze Bienenvölker kaufen möchte. Wenn man wie wir es bevorzugen mit einem Bienenschwarm beginnt, spielt eine etwaige Kompatibilität keine Rolle, der Schwarm baut beinahe in jede für ihn angenehme Behausung.

Ich selber bin begeisterter CH-Kastenimker. Nun habe ich extra für meine Imkerschule einen Freistand errichtet, wo ich mit verschiedenen Bienenbehausungen arbeite. Würde/müsste ich auf Magazinbetriebsweise umstellen, wäre das Dadant-Magazin meine erste Wahl. In erster Linie weil es ein einräumiges Brutnest hat. Das sehe ich als grossen Vorteil in der Bienenhaltung. Als begeisterter Naturbauimker liegt mir auch die Top Bar Beute, eine ganz einfach herzustellende Behausung, die sich sehr gut für Imker eignet, die nur sehr wenige Bienenvölker pflegen möchten.

Waben tauschen mit Imkerkollegen ist nicht nur unnötig, es ist m.E. bei der momentanen Krankheitssituation in einigen Ecken unseres Landes schon beinahe fahrlässig.

_________________
Gerhard Fasolin, www.imkerschule.ch


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 Betreff des Beitrags: Re: Bienenbeuten
 Beitrag Verfasst: Do 31. Mär 2011, 14:11 
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Registriert: Di 29. Mär 2011, 16:00
Beiträge: 5
Aber auch das Schweizermagazin hat einen einräumigen Brutkasten. Wieso ist das wichtig? Der von Meier kann sogar von hinten und von oben geöffnet werden. Scheint mir eine Füfer-und-Weggli-Lösung...?
Was ist eine Top-Bar? Hast du ein Bild davon? Gibts dafür Anleitungen zum selber Herstellen?
:P Danke, Regula


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 Betreff des Beitrags: Re: Bienenbeuten
 Beitrag Verfasst: Do 31. Mär 2011, 21:15 
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Registriert: Mi 6. Okt 2010, 21:34
Beiträge: 77
Regula hat geschrieben :
> Aber auch das Schweizermagazin hat einen einräumigen Brutkasten. Wieso ist
> das wichtig? Der von Meier kann sogar von hinten und von oben geöffnet
> werden. Scheint mir eine Füfer-und-Weggli-Lösung...?
> Was ist eine Top-Bar? Hast du ein Bild davon? Gibts dafür Anleitungen zum
> selber Herstellen?
> :P Danke, Regula

Deshalb bleibe ich ja beim CH-Kasten: Weil er ein ungeteiltes Brutnest hat. Wichtig ist das deshalb, weil man das Brutnest so wenig wie nur möglich stören sollte. Den Bienen geht es auch ohne das ewige Eingreifen ins Volksgefüge schlecht genug. Von daher ist es m.E. ein Muss für alle Imker, das Brutnest möglichst unangetastet zu lassen. Und Imkers, welche eine Ahnung von artgerechter Bienenhaltung haben, behandeln ihre Bienen nicht wie einen Lego-Baukasten...

Das CH-Magazin von Bienen-Meier ist wie der Standard CH-Kasten eine extrem gute Bienenwohnung mit einem erstklassigen Mikroklima für unsere Bienen. Vor allem für Anfänger ist es ein grosser Vorteil, wenn sie durchs Fenster beobachten können. Wenn dann noch Naturbau praktiziert würde, würde man viiiel mehr sehen und lernen können - einfach mit Beobachten durchs Fester.

Über die Top Bar Hive - zu Deutsch Oberträgerbeute - findest du via Google viele Infos. Ich habe mir eine nach den Bauplänen der LWG Bayern bauen lassen, allerdings um 20 cm verkürzt. Es ist eine kostengünstige Alternative zu Magazinen oder CH-Kästen, besonders wenn man lediglich wenige Bienenvölker halten will.

_________________
Gerhard Fasolin, www.imkerschule.ch


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 Betreff des Beitrags: Re: Bienenbeuten
 Beitrag Verfasst: Do 8. Sep 2011, 09:05 
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Registriert: Di 19. Jul 2011, 19:49
Beiträge: 11
Liebe Imkerinnen und Imker
Ich bin Neu in diesem Forum. Herzlich begrüsse ich Euch.
Ich imkere seit einigen Jahren mit einem selbst gebauten CH – Kasten. Der Kasten fast 14 CH – Rahmen. Ich und die Bienen sind mit dieser Wohnung zufrieden. Das Fenster habe ich weggelassen. Nach dem Reinigungsflug lege ich eine Plastikfolie über den Kasten. Somit ist es möglich ohne Eingriff auf das Bienenvolk zusehen. Zugedeckt wird der Kasten nach dem Schauen mit dem Deckel. Selbstbau ist heute gar nicht mehr so kompliziert. Holzzuschneiden wird heute angeboten. Die Bretter werden mm genau zugeschnitten. Mit ein wenig Geschick kann der Imker die Bretter zusammen schrauben. Der Kasten wird winkelrecht montiert und erfreut den Handwerker.
Habe vertrauen in dich und du wirst sehen, Eigenbau ist gar nicht so schwer.
Mit Imkergruss
Edmond


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 Betreff des Beitrags: Re: Bienenbeuten
 Beitrag Verfasst: Fr 9. Sep 2011, 20:32 
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Administrator
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Registriert: Fr 8. Okt 2010, 18:18
Beiträge: 18
Wohnort: Baselbiet
Lieber Edmond

Willkommen im Forum. Schön dass du uns von deinen guten Erfahrungen mit einem selber gebauten Schweizerkasten berichtest.

Die Bienen sind nicht so anspruchsvoll was Details oder Genauigkeit angeht, sie dichten ihre Wohnung mit Kitt und richten sich danach ein. Von daher ist es einfach, eine den Bienen angemessene Beute selber zu machen. Die Warrébeuten sind ja das beste Beispiel, da braucht es noch einiges weniger. Nicht dass ich dir unterstellen möchte, dass deine Kästen unpräzise gemacht sind, nur das mit dem fehlenden Fenster tönt etwas vereinfacht, aber funktionieren tuts ja.

Auch ich habe ein paar Schweizerkästen selber gemacht. Ich habe aber Tragleisten verwendet und darauf geachtet, dass die Masse stimmen, so dass ich auch handelsübliche Fenster verwenden kann (und natürlich auch meine selber gemachten, einfach aus einer 5mm-Acrylglasscheibe ausgeschnitten und mit Möbelgriffen versehen). Wenn man mehrere Kästen hat, möchte man ja das Material überall verwenden können, sonst wird es aufwändig.

Um zu den Bienen zurückzukommen: Wenn man die Kataloge studiert, kann man ziemlich viel Geld in die Imkerei investieren. Oft geht es aber fast gleich gut mit einfacheren Mitteln und etwas Improvisationskunst. Da die Balance zu finden, ist teils Geschmacks-, teils Erfahrungssache. Ich bin jedenfalls offen für weitere Selbstbauexperimente.

Weitere Anregungen für Eigenbauten: Keile aus Acrylglas (sehr einfach zu machen und praktisch, wegen Durchblick...), Wabentransportkisten aus handelsüblichen Plastikboxen mit eingeschraubten Holztragleisten, Profilleisten für den Wabenansatz beim Naturbau.


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